01. Juni 2026
Bei einem Anbieter für maritime Navigationssoftware wurde ein RAID-basierter Server des Herstellers Promise betrieben, auf dem rund 40 virtuelle Maschinen (VMware) gehostet wurden. Die virtuellen Maschinen umfassten unter anderem MySQL-Datenbanken, Webserver, CRM-Systeme, File- und FTP-Dienste und waren zentral für den laufenden Geschäftsbetrieb sowie die Onlinepräsenz verantwortlich.
Nach Angaben des Betreibers kam es zum Ausfall einer einzelnen Western-Digital-Festplatte (WD1003FBYX-01Y7B1) innerhalb eines Verbunds aus insgesamt acht Laufwerken. In der Folge waren mehrere geschäftskritische Systeme nicht mehr erreichbar, wodurch wesentliche Teile der IT-Infrastruktur ausfielen.
Im Rahmen der technischen Untersuchung durch Attingo wurde festgestellt, dass das System nicht – wie ursprünglich angenommen – mit einem redundanten RAID-Level (RAID 6) betrieben wurde, sondern tatsächlich als RAID 0 mit "Hotspare" konfiguriert war.
Damit lag faktisch keine Ausfallsicherheit vor. Der gesamte Datenbestand war auf ein reines Stripeset ohne Redundanz aufgebaut. Diese Fehlkonfiguration führte dazu, dass bereits der Ausfall eines einzelnen Laufwerks den kompletten Systemausfall verursachte.
Im Zuge der RAID-Datenrettung wurden die sieben funktionierenden Server-Festplatten vollständig sektorweise als 1:1-Images gesichert. Die defekte Festplatte wurde im Reinraumlabor analysiert und mit baugleichen Komponenten temporär instand gesetzt, um noch lesbare Datenbereiche auszulesen.
Die Analyse ergab zusätzlich, dass der RAID-Controller offenbar einen automatisierten Kopierprozess auf die "Hotspare" gestartet hatte, der aufgrund des endgültigen Ausfalls der bereits fehlerhaften Festplatte unvollständig blieb. Dadurch existierten teilweise redundante Datenstände zwischen einer intakten und der defekten Festplatte.
Durch die Kombination der ausgelesenen Rohdaten aus der defekten RAID-Festplatte und der Teilkopie auf der "Hotspare" konnte der fehlende Datenanteil rekonstruiert und das VMware VMFS-Dateisystem vollständig wiederhergestellt werden. Im Anschluss wurden die relevanten VMDK-Dateien (virtuelle Maschinen) erfolgreich rekonstruiert und dem Kunden wieder zur Verfügung gestellt.